Im nächsten Monat wird das Sainte-Laguë-Verfahren für uns alle wichtig. Dieses Verfahren wird nämlich bei der Bundestagswahl 2009 eingesetzt. Wir in Deutschland haben ja eine personalisierte Verhältniswahl.
Wikipedia schreibt zum Sainte-Laguë-Verfahren:
Das Sainte-Laguë-Verfahren ist eine Methode der proportionalen Repräsentation (Sitzzuteilungsverfahren), wie sie z. B. bei Wahlen mit dem Verteilungsprinzip Proporz (siehe Verhältniswahl) benötigt wird, um Wählerstimmen in Abgeordnetenmandate umzurechnen.
Dieses Verfahren wurde bereits 1832 von dem US-Politiker Daniel Webster vorgeschlagen, aber erst der französische Mathematiker André Sainte-Laguë war der Erste, der das System rechtfertigte.
Ein Beispiel aus Wikipedia:
n einem Parlament sind insgesamt 15 Sitze zu vergeben.
10.000 Wählerstimmen sind abgegeben worden, von denen 5200 auf Partei X, 1700 auf Partei Y und 3100 auf Partei Z entfallen.
Nun wird die Zahl der Stimmen für jede Partei durch 0,5; 1,5; 2,5; … geteilt, die Ergebnisse werden aufgelistet. (Im Beispiel: 5200 dividiert durch 0,5 ergibt 10.400.) Anschließend wird zugeteilt: Die höchste Zahl bekommt Platz 1, die zweithöchste Platz 2 usw., bis alle (hier 15) Plätze des Parlaments vergeben sind. Daraus ergibt sich folgendes Bild:
| Divisor | Partei X | Partei Y | Partei Z |
|---|---|---|---|
| 0,5 | 1 10.400,00 | 4 3.400,00 | 2 6.200,00 |
| 1,5 | 3 3.466,67 | 10 1.133,33 | 6 2.066,67 |
| 2,5 | 5 2.080,00 | 680,00 | 8 1.240,00 |
| 3,5 | 7 1.485,71 | 485,71 | 12 885,71 |
| 4,5 | 9 1.155,56 | 377,78 | 15 688,89 |
| 5,5 | 11 945,45 | 309,09 | 563,64 |
| 6,5 | 13 800,00 | 261,54 | 476,92 |
| 7,5 | 14 693,33 | 226,67 | 413,33 |
| 8,5 | 611,76 | 200,00 | 364,71 |
Partei X erhält die Sitze 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13 und 14. Insgesamt also 8 der 15 Sitze.
Partei Y erhält die Sitze 4 und 10. Insgesamt also 2 der 15 Sitze.
Partei Z erhält die Sitze 2, 6, 8, 12 und 15. Insgesamt also 5 der 15 Sitze.
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